Der Kurs „Literatur und Theater“

Seit dem Schuljahr 2011/12 gibt es am Schubart-Gymnasium das Kursstufenwahlfach „Literatur und Theater“, das als Kooperationskurs mit Schülerinnen und Schülern des Schubart-Gymnasiums und des Theodor-Heuss-Gymnasiums geführt wird.

Es handelt sich um einen zweistündigen Kurs, der sich über vier Halbjahre erstreckt. Bei bestimmten Fächerkombinationen können Schülerinnen und Schüler im Fach „Literatur und Theater“ eine Abiturprüfung in Form einer Präsentationsprüfung ablegen.

Im Fach Literatur und Theater steht das theaterpraktische Handeln im Mittelpunkt. Das heißt, die Schülerinnen und Schüler lernen in spielpraktischen Übungen, begleitet von Theorie-Input, die Grundregeln des Schauspielens, die Zeichen des Theaters sowie verschiedene Schauspiel- und Theaterformen kennen. Darüber hinaus erwerben sie Kenntnisse in den Bereichen Theatergeschichte, Dramaturgie und Regie und wenden diese spielgestalterisch in eigenen Inszenierungen an.

Die Literatur — vom Gebrauchstext über Lyrik, Prosa, Drama und selbst geschriebenen Texten — dient dabei als Ausgangspunkt und Medium. Anhand gemeinsamer Theaterbesuche erleben die Schülerinnen und Schüler die Besonderheit und Vielfalt des Theaters – auch in Abgrenzung zu anderen Medien – und schulen ihre theaterästhetische Wahrnehmungs- und Kritikfähigkeit. Ziel des Kurses ist eine eigenständige Aufführung, die in ihrer Dimension von kursintern bis öffentlich reichen kann.Der Kurs Literatur und Theater stellt eine wertvolle Erweiterung des künstlerischen Fächerkanons dar. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Bildung und zur Umsetzung der Leitperspektiven des neuen Bildungsplans des Landes Baden-Württemberg und ist darüber hinaus durch die spielpraktische Auseinandersetzung mit Literatur und das Spiel in verschiedenen Rollen in hohem Maße persönlichkeitsbildend.

„Wer bist Du? Wo kommst Du her? Wo gehst Du hin?“

190409_LTh - 1.jpg

Schauspieler Johannes Scherer besucht unsere LuTh-Kurse der K1. Johannes hat 2014 sein Abitur am SG abgelegt und studiert seit drei Jahren an der Schauspielschule Mainz. Dort steht er kurz vor seinem Abschluss. Das Foto zeigt einen der beiden LuTh Kurse mit Johannes Scherer in der Mitte.

Trotzdem fand er die Zeit für einem Besuch am SG, erzählte von seinem Leben — vor allem von den letzten fünf Jahren — und stellte sich den Fragen der Kursteilnehmer. Dann folgte die praktische Theaterarbeit. In einer Aufwärmsequenz lag der Fokus auf Präsenz, Bewegung und Improvisation; dann konzentrierten sich die Teilnehmer*innen unter Johannes‘ Anleitung auf die „Arbeit an der Situation“ nach dem Theaterreformer Stanislawski. Ein Bewerbungsgespräch lieferte den entsprechenden Rahmen.

Die Quintessenz der Doppelstunden war, dass sich nicht nur im Theater diese Fragen stellen: „Wer bist Du? Wo kommst Du her? Wo gehst Du hin? Überleg Dir das ganz genau. …. Fertig?! … Niemals!“ | mehr über Kunst und Kultur am SG